LESUNG UND GESPRÄCH - Der Papierjunge

montag 09.07.18 - 20:00 Donauschwäbisches zentralmuseum ulm

Der Papierjunge – Roman von Soia Andruchowytsch

Mit der ukrainischen Autorin und ihrer Übersetzerin Maria Weissenböck

Eine galizische Kleinstadt um 1900 am Rande der Monarchie. „Der Papierjunge“ spielt zwar noch vor dem großen Weltenbrand

des Ersten Weltkriegs, der Roman zeigt aber aufschlussreich, wie in der Belle Epoche auch im Osten Europas eine neue Zeit heraufzieht. Eine Zeit mit einer Vielzahl an technischen Neuerungen. Aber das Habsburger Reich ist brüchig geworden, auch in Galizien, dem Armenhaus Europas. Die junge ukrainische Autorin hat einen einfühlsames und kenntnisreiches Buch geschrieben, das auf das Ende einer überkommenen Welt hinausläuft. Ihre drei Protagonisten bekommen dies zu spüren, und besonders die Heldin des Romans beginnt sich gegen das tradierte Rollenverständnis aufzulehnen.